So sieht die nachhaltige Material-Revolution aus

So sieht die nachhaltige Material-Revolution aus

La révolution durable des matériaux a déjà commencé

La rivoluzione dei materiali sostenibili è già iniziata

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Nachhaltigkeit: Kein anderer Hersteller setzt das Thema so kompromisslos um wie Volvo Cars. Nebst der kompletten Elektrifizierung ersetzen innovative, nachhaltige Materialien herkömmliche Kunststoffe und Lederinterieurs. Und das ist erst der Anfang, wie Nachhaltigkeitsdirektor Stuart Templar und Designchef Robin Page im Interview erzählen.

Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einen möglichst hohen Prozentsatz an elektrifizierten Autos anzukündigen, liegt im Trend – kaum ein Hersteller, der noch keine Nachhaltigkeitspläne vorgelegt hat. So kompromisslos wie Volvo zeigen sich aber die wenigsten. Nicht nur, dass die Schweden bereits ab 2030 gänzlich auf Verbrennungsmotoren und somit auch auf Hybridantriebe verzichten wollen – künftig sollen ihre Elektroautos auch ohne Leder auskommen. Im Interview erklären Volvo Nachhaltigkeitsdirektor Stuart Templar und Designchef Robin Page, was es damit auf sich hat und welches die Alternativen sind.

Der Abschied vom Verbrennungsmotor ist die eine Sache, aber von Leder abzusehen, klingt nach Luxusverzicht. Macht Ihre Premiumkundschaft mit?

Stuart Templar: Ja, denn immer mehr Menschen wünschen nachhaltige Produkte, unsere Kunden sind da keine Ausnahme. Der Absatz unserer elektrifizierten Recharge-Modelle hat sich 2020 fast verdoppelt und macht weltweit bereits 25 Prozent des Verkaufsvolumens aus, in Europa gar 50 Prozent. Doch mit Elektrifizierung allein ist es nicht getan – wir müssen uns mit allen Bereichen der Nachhaltigkeit befassen, auch mit der Achtung des Tierschutzes. Leder gegen nachhaltige, natürliche und recycelte Materialien auszutauschen, ist ein guter nächster Schritt und entspricht, wie wir feststellen, einem wachsenden Bedürfnis im Premiumsegment.

Nachhaltigkeitsdirektor Stuart Templar: «Beim Autokauf berücksichtigen die Leute zunehmend Tierschutzfaktoren.»

Die meisten Menschen konsumieren nach wie vor regelmässig Fleisch. Warum sollten sie ausgerechnet beim nicht so regelmässigen Autokauf aufs Tierwohl achten?

Stuart Templar: In einer Umfrage des Welfare Quality Network sagen 83 Prozent der Verbraucher in Schweden und 73 Prozent in Grossbritannien, dass ihnen Tierschutz wichtig ist. Die Nachfrage nach Lederalternativen steigt – bis 2025 wird der Markt für Kunstleder wohl 64 Milliarden Euro wert sein. Unabhängig von ihrem Fleischkonsum berücksichtigen die Leute beim Autokauf zunehmend Tierschutzfaktoren. Hinzu kommen Bedenken bezüglich der Umweltauswirkungen durch die Viehzucht. Wir teilen diese Bedenken und tragen mit unserem Angebot an Alternativen dazu bei, die Nachfrage nach Leder zu senken.

Können Sie die Umweltproblematik beim Leder kurz erläutern?

Stuart Templar: Schätzungen zufolge sind Nutztiere, hauptsächlich Rinder, für etwa 14 Prozent der menschengemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich und tragen durch ihren Weidebedarf rund 36 Prozent zur landwirtschaftlichen Entwaldung insbesondere im Amazonas-Gebiet bei. Die Rohhäute, die wir heute für unsere Lederinterieurs verwenden, werden zwar verantwortungsbewusst als Nebenprodukt der Rindfleischindustrie gewonnen, doch wir wollen in Zukunft dem Tierschutz noch konsequenter gerecht werden und für eine geringere CO2-Belastung sorgen.

Als erstes komplett lederfreies Modell wurde der C40 Recharge lanciert. Was zeichnet die verwendeten Materialien im Interieur aus?

Robin Page: Eine hochwertige und natürliche Alternative zu Leder sind Wollgemische, welche wir von Lieferanten beziehen, die für eine verantwortungsvolle Beschaffung zertifiziert sind. Im C40 Recharge – und übrigens auch im XC40 Recharge – debütieren zudem ein speziell entwickeltes Microtech-Material und ein weiches Wildleder-Textil aus recycelten PET-Flaschen. Diese neuen, ohne Tierleid hergestellten Premium-Materialien sind das Ergebnis jahrelanger Forschung, auf deren Grundlage wir künftig noch nachhaltigere Lederalternativen anbieten können.

Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einen möglichst hohen Prozentsatz an elektrifizierten Autos anzukündigen, liegt im Trend – kaum ein Hersteller, der noch keine Nachhaltigkeitspläne vorgelegt hat. So kompromisslos wie Volvo zeigen sich aber die wenigsten. Nicht nur, dass die Schweden bereits ab 2030 gänzlich auf Verbrennungsmotoren und somit auch auf Hybridantriebe verzichten wollen – künftig sollen ihre Elektroautos auch ohne Leder auskommen. Im Interview erklären Volvo Nachhaltigkeitsdirektor Stuart Templar und Designchef Robin Page, was es damit auf sich hat und welches die Alternativen sind.

Der Abschied vom Verbrennungsmotor ist die eine Sache, aber von Leder abzusehen, klingt nach Luxusverzicht. Macht Ihre Premiumkundschaft mit?

Stuart Templar: Ja, denn immer mehr Menschen wünschen nachhaltige Produkte, unsere Kunden sind da keine Ausnahme. Der Absatz unserer elektrifizierten Recharge-Modelle hat sich 2020 fast verdoppelt und macht weltweit bereits 25 Prozent des Verkaufsvolumens aus, in Europa gar 50 Prozent. Doch mit Elektrifizierung allein ist es nicht getan – wir müssen uns mit allen Bereichen der Nachhaltigkeit befassen, auch mit der Achtung des Tierschutzes. Leder gegen nachhaltige, natürliche und recycelte Materialien auszutauschen, ist ein guter nächster Schritt und entspricht, wie wir feststellen, einem wachsenden Bedürfnis im Premiumsegment.

Nachhaltigkeitsdirektor Stuart Templar: «Beim Autokauf berücksichtigen die Leute zunehmend Tierschutzfaktoren.»

Die meisten Menschen konsumieren nach wie vor regelmässig Fleisch. Warum sollten sie ausgerechnet beim nicht so regelmässigen Autokauf aufs Tierwohl achten?

Stuart Templar: In einer Umfrage des Welfare Quality Network sagen 83 Prozent der Verbraucher in Schweden und 73 Prozent in Grossbritannien, dass ihnen Tierschutz wichtig ist. Die Nachfrage nach Lederalternativen steigt – bis 2025 wird der Markt für Kunstleder wohl 64 Milliarden Euro wert sein. Unabhängig von ihrem Fleischkonsum berücksichtigen die Leute beim Autokauf zunehmend Tierschutzfaktoren. Hinzu kommen Bedenken bezüglich der Umweltauswirkungen durch die Viehzucht. Wir teilen diese Bedenken und tragen mit unserem Angebot an Alternativen dazu bei, die Nachfrage nach Leder zu senken.

Können Sie die Umweltproblematik beim Leder kurz erläutern?

Stuart Templar: Schätzungen zufolge sind Nutztiere, hauptsächlich Rinder, für etwa 14 Prozent der menschengemachten Treibhausgasemissionen verantwortlich und tragen durch ihren Weidebedarf rund 36 Prozent zur landwirtschaftlichen Entwaldung insbesondere im Amazonas-Gebiet bei. Die Rohhäute, die wir heute für unsere Lederinterieurs verwenden, werden zwar verantwortungsbewusst als Nebenprodukt der Rindfleischindustrie gewonnen, doch wir wollen in Zukunft dem Tierschutz noch konsequenter gerecht werden und für eine geringere CO2-Belastung sorgen.

Als erstes komplett lederfreies Modell wurde der C40 Recharge lanciert. Was zeichnet die verwendeten Materialien im Interieur aus?

Robin Page: Eine hochwertige und natürliche Alternative zu Leder sind Wollgemische, welche wir von Lieferanten beziehen, die für eine verantwortungsvolle Beschaffung zertifiziert sind. Im C40 Recharge – und übrigens auch im XC40 Recharge – debütieren zudem ein speziell entwickeltes Microtech-Material und ein weiches Wildleder-Textil aus recycelten PET-Flaschen. Diese neuen, ohne Tierleid hergestellten Premium-Materialien sind das Ergebnis jahrelanger Forschung, auf deren Grundlage wir künftig noch nachhaltigere Lederalternativen anbieten können.

Annoncer un pourcentage aussi élevé que possible de voitures électriques à une échéance donnée est à la mode – on ne trouve guère de constructeurs n’ayant pas encore présenté de plan de développement durable. Mais rares sont ceux à se montrer aussi intransigeants que Volvo. Les Suédois ne veulent pas simplement renoncer entièrement aux moteurs à combustion, et donc aussi aux moteurs hybrides, dès 2030. Ils veulent aussi se passer de cuir pour leurs voitures électriques. Dans l’interview ci-dessous, Stuart Templar, Director of Sustainability de Volvo, et Robin Page, Head of Design, expliquent ce que cela signifie et quelles sont les alternatives.

L’abandon du moteur à combustion est une chose, mais se passer du cuir revient à renoncer au luxe. Votre clientèle haut de gamme joue-t-elle le jeu?

Stuart Templar: Oui, car de plus en plus de gens souhaitent des produits durables, nos clients n’y font pas exception. Les ventes de nos modèles Recharge électriques ont presque doublé en 2020 et représentent déjà 25% des ventes dans le monde, et même 50% en Europe. Mais l’électrification à elle seule ne suffit pas, nous devons nous pencher sur tous les aspects du développement durable, et notamment le respect de la protection animale. Remplacer le cuir par des matériaux durables, naturels et recyclés est une nouvelle étape positive qui, comme nous le constatons, répond à un besoin croissant dans le segment haut de gamme.

Stuart Templar, Director of Sustainability: «Lors de l’achat d’une voiture, les gens veillent de plus en plus aux facteurs du bien-être animal.»

La plupart des gens continuent à consommer de la viande régulièrement. Pourquoi devraient-ils justement veiller au bien-être des animaux lors de l’achat, pas aussi régulier, d’une voiture?

Stuart Templar: Dans un sondage réalisé par le Welfare Quality Network, 83% des consommateurs suédois et 73% des consommateurs britanniques déclarent accorder de l’importance au bien-être animal. La demande d’alternatives au cuir est en hausse. D’ici 2025, le marché du cuir synthétique devrait se monter à 64 milliards d’euros. Indépendamment de leur consommation de viande, les gens veillent de plus en plus aux facteurs du bien-être animal lorsqu’ils achètent une voiture. À cela viennent s’ajouter des inquiétudes concernant l’impact environnemental de l’élevage. Nous partageons ces préoccupations et contribuons, avec notre offre d’alternatives, à réduire la demande en cuir.

Pouvez-vous expliquer brièvement le problème environnemental lié au cuir?

Stuart Templar: Selon des estimations, le bétail, principalement les bovins, est responsable d’environ 14% des émissions de gaz à effet de serre causées par l’homme et contribue, en raison de son besoin en pâturages, pour environ 36% à la déforestation agricole, en particulier dans la région amazonienne. Bien que les peaux brutes que nous utilisons aujourd’hui pour nos habitacles en cuir soient obtenues de manière responsable en tant que sous-produit de l’industrie bovine, nous voulons à l’avenir respecter encore plus systématiquement le bien-être des animaux et assurer un niveau plus faible d’émissions de CO2.

La C40 Recharge a été le premier modèle entièrement sans cuir à être lancé. Qu’est-ce qui caractérise les matériaux utilisés dans l’habitacle?

Robin Page: Les mélanges de laine qui proviennent de fournisseurs certifiés pour un approvisionnement responsable constituent une alternative au cuir naturelle et de haute qualité. De plus, un Microtech spécialement conçu et un textile doux imitation daim fabriqué à partir de bouteilles en PET recyclées font également leurs débuts dans la C40 Recharge, comme d’ailleurs dans la XC40 Recharge. Ces nouveaux matériaux haut de gamme produits sans souffrance animale sont le résultat d’années de recherche sur la base desquelles nous serons en mesure d’offrir des alternatives au cuir encore plus durables à l’avenir.

È di tendenza annunciare la percentuale più alta possibile di auto elettriche entro una certa data – guai se un produttore non ha ancora presentato i suoi piani di sostenibilità. Ma pochi sono intransigenti come Volvo. Non solo gli svedesi vogliono rinunciare completamente ai motori a combustione e quindi anche alle propulsioni ibride già nel 2030, ma in futuro le loro auto elettriche dovranno anche fare a meno della pelle. In un’intervista, il direttore per la sostenibilità di Volvo Stuart Templar e il responsabile del design Robin Page spiegano cosa questo comporta e quali sono le alternative.

Dire addio al motore a combustione è una cosa, ma astenersi dall’utilizzare la pelle suona come rinunciare al lusso. La vostra clientela del segmento premium ci sta?

Stuart Templar: Sì, perché sempre più persone desiderano prodotti sostenibili e la nostra clientela non fa eccezione. Le vendite dei nostri modelli Recharge sono quasi raddoppiate nel 2020 e rappresentano già il 25% del volume delle vendite in tutto il mondo e persino il 50% in Europa. Ma l’elettrificazione da sola non basta: dobbiamo occuparci della sostenibilità a tutto tondo, il che comprende anche rispettare gli animali. Sostituire la pelle con materiali sostenibili, naturali e riciclati è un buon passo avanti e, come vediamo, soddisfa un’esigenza crescente nel segmento premium.

Il direttore per la sostenibilità Stuart Templar: «Il benessere degli animali è un fattore sempre più centrale per la scelta di un’automobile.»

La maggior parte delle persone consuma ancora regolarmente carne. Perché dovrebbe prestare attenzione agli animali proprio quando acquista un’automobile considerando che non si tratta di un’azione che svolge regolarmente?

Stuart Templar: In un sondaggio del Welfare Quality Network, l’83% dei consumatori in Svezia e il 73% in Gran Bretagna affermano di avere a cuore il benessere degli animali. La domanda di alternative alla pelle è in aumento: entro il 2025 il mercato della similpelle varrà probabilmente 64 miliardi di euro. Indipendentemente dal consumo di carne, il benessere degli animali è un fattore sempre più centrale per la scelta di un’automobile. Inoltre, ci si interroga sempre di più sull’impatto dell’allevamento di bestiame sull’ambiente. Condividiamo queste preoccupazioni e, con la nostra offerta di alternative, contribuiamo a ridurre la domanda di pelle.

Può spiegare in breve il problema che l’uso della pelle costituisce per l’ambiente?

Stuart Templar: Secondo le stime, gli animali d’allevamento, in particolare i bovini, sono responsabili del 14% circa delle emissioni di gas serra prodotte dall’uomo e, per via del loro fabbisogno di pascolo, contribuiscono al 36% circa della deforestazione agricola, soprattutto nella regione amazzonica. Sebbene le pelli grezze che utilizziamo oggi per i nostri interni in pelle siano ottenute in modo responsabile come sottoprodotto dell’industria della carne bovina, in futuro vogliamo impegnarci a favore della tutela degli animali in maniera più sistematica e garantire un livello inferiore di inquinamento da CO2.

Il primo modello «leather free» è stata la C40 Recharge. Cosa contraddistingue i materiali utilizzati per gli interni?

Robin Page: Un’alternativa naturale e di alta qualità alla pelle sono i tessuti misto lana, che otteniamo da fornitori certificati per l’approvvigionamento responsabile. Nella C40 Recharge – e per inciso anche nella XC40 Recharge – fanno il loro debutto anche un materiale microtecnologico appositamente sviluppato e un morbido tessuto scamosciato ricavato da bottiglie in PET riciclate. Questi nuovi materiali premium, prodotti senza far soffrire gli animali, sono il risultato di anni di ricerche, che ci permetteranno in futuro di offrire alternative alla pelle ancora più sostenibili.

Luxus ohne Leder: Das Interieur des Volvo C40 Recharge.
Kyburz fabrique ses véhicules électriques dans son propre atelier de production. Photo: Kyburz
Kyburz fabrique ses véhicules électriques dans son propre atelier de production. Photo: Kyburz
Kyburz fabrique ses véhicules électriques dans son propre atelier de production. Photo: Kyburz
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Welches sind aus Ihrer Sicht die spannendsten Materialien der Zukunft?

Stuart Templar: In der nächsten Generation von Elektroautos werden wir das Material Nordico einführen, das noch mehr Rohstoffe aus biobasierten und recycelten Quellen enthält und einen 74 Prozent geringeren CO2-Fussabdruck aufweist als unser ohnehin schon verantwortungsvoll produziertes Leder.
Robin Page: Als Premium-Alternative zu Leder wird Nordico auf alle Fälle eine bedeutende Rolle spielen. Ein weiteres Material, das ich spannend finde, ist Flachs. Er hat sowohl in Bezug auf die Festigkeit als auch bei der Leichtigkeit hervorragende Eigenschaften, und da er auf Leinen basiert, überzeugt er auch hinsichtlich Natürlichkeit und Nachhaltigkeit. Hochinteressant ist zudem die Technik des 3D-Strickens, die einen Mix aus vielfältigen Texturen und Farben erlaubt und viel Spielraum für Kreativität lässt. Das grösste Potenzial sehen wir aber in natürlichen Materialien, die sich wieder in den Boden zurückführen lassen – damit haben wir die volle Zirkularität.

Das Ergebnis jahrelanger Forschung: Leder-Alternativen ohne Tierleid, z.B. das Wildleder-Textil aus recycelten PET-Flaschen

Wie stellen Sie bei Volvo Cars sicher, dass Ihre Materialien nachhaltig sind?

Robin Page: Wir stellen in den Lieferantenverträgen klare Anforderungen an den Tierschutz und die Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe, führen jährlich Stichprobenkontrollen durch und verfolgen etwa auch bei unseren Wolllieferanten die Lieferketten bis zum Bauernhof zurück. Ein von uns veröffentlichter Bericht zeigt sehr transparent auf, wie wir uns engagieren und wo wir noch mit Herausforderungen kämpfen.

Designchef Robin Page: «Das grösste Potential sehen wir in natürlichen Materialien.»

Können Sie eine solche Herausforderung benennen?

Stuart Templar: Der Verzicht auf Leder ist ein Schritt in die richtige Richtung, der automobile Innenraum wird dadurch aber noch nicht vegan. Unser Ziel lautet, auch die Verwendung von Restprodukten aus der Tierhaltung zu reduzieren, die üblicherweise bei der Herstellung von Kunststoffen, Gummi, Schmier- oder Klebstoffen verwendet werden. Es ist keine leichte Aufgabe, Produkte und Materialien zu finden, die das Tierwohl unterstützen. Aber das ist kein Grund, dieses wichtige Thema zu meiden.

Welches sind aus Ihrer Sicht die spannendsten Materialien der Zukunft?

Stuart Templar: In der nächsten Generation von Elektroautos werden wir das Material Nordico einführen, das noch mehr Rohstoffe aus biobasierten und recycelten Quellen enthält und einen 74 Prozent geringeren CO2-Fussabdruck aufweist als unser ohnehin schon verantwortungsvoll produziertes Leder.
Robin Page: Als Premium-Alternative zu Leder wird Nordico auf alle Fälle eine bedeutende Rolle spielen. Ein weiteres Material, das ich spannend finde, ist Flachs. Er hat sowohl in Bezug auf die Festigkeit als auch bei der Leichtigkeit hervorragende Eigenschaften, und da er auf Leinen basiert, überzeugt er auch hinsichtlich Natürlichkeit und Nachhaltigkeit. Hochinteressant ist zudem die Technik des 3D-Strickens, die einen Mix aus vielfältigen Texturen und Farben erlaubt und viel Spielraum für Kreativität lässt. Das grösste Potenzial sehen wir aber in natürlichen Materialien, die sich wieder in den Boden zurückführen lassen – damit haben wir die volle Zirkularität.

Das Ergebnis jahrelanger Forschung: Leder-Alternativen ohne Tierleid, z.B. das Wildleder-Textil aus recycelten PET-Flaschen

Wie stellen Sie bei Volvo Cars sicher, dass Ihre Materialien nachhaltig sind?

Robin Page: Wir stellen in den Lieferantenverträgen klare Anforderungen an den Tierschutz und die Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe, führen jährlich Stichprobenkontrollen durch und verfolgen etwa auch bei unseren Wolllieferanten die Lieferketten bis zum Bauernhof zurück. Ein von uns veröffentlichter Bericht zeigt sehr transparent auf, wie wir uns engagieren und wo wir noch mit Herausforderungen kämpfen.

Designchef Robin Page: «Das grösste Potential sehen wir in natürlichen Materialien.»

Können Sie eine solche Herausforderung benennen?

Stuart Templar: Der Verzicht auf Leder ist ein Schritt in die richtige Richtung, der automobile Innenraum wird dadurch aber noch nicht vegan. Unser Ziel lautet, auch die Verwendung von Restprodukten aus der Tierhaltung zu reduzieren, die üblicherweise bei der Herstellung von Kunststoffen, Gummi, Schmier- oder Klebstoffen verwendet werden. Es ist keine leichte Aufgabe, Produkte und Materialien zu finden, die das Tierwohl unterstützen. Aber das ist kein Grund, dieses wichtige Thema zu meiden.

À votre avis, quels sont les matériaux les plus intéressants de l’avenir?

Stuart Templar: Dans la prochaine génération de voitures électriques, nous introduirons le matériau Nordico, qui contient encore plus de matières premières issues de sources biosourcées et recyclées et a une empreinte carbone inférieure de 74% à celle de notre cuir déjà produit de manière responsable.

Robin Page: En tant qu’alternative au cuir haut de gamme, le Nordico jouera dans tous les cas un rôle important. Un autre matériau que je trouve intéressant est la fibre de lin. Elle possède d’excellentes propriétés aussi bien en termes de résistance que de légèreté, et étant à base de lin, elle convainc également sur le plan de l’aspect naturel et de la durabilité. La technique du tricot 3D est également très intéressante: elle permet un mélange de textures et de couleurs variées et offre une grande liberté en termes de créativité. Cependant, pour nous, le plus grand potentiel réside dans les matériaux naturels qui peuvent retourner au sol: ainsi, nous réalisons une circularité totale.

Le résultat de plusieurs années de recherche: des alternatives au cuir sans souffrance animale, comme p. ex. le textile imitation daim fabriqué à partir de bouteilles en PET recyclé.

Chez Volvo Cars, comment vous assurez-vous que vos matériaux sont durables?

Robin Page: Dans les contrats des fournisseurs, nous définissons des exigences claires concernant le bien-être animal et la traçabilité des matières premières, effectuons des contrôles aléatoires annuels et remontons les chaînes d’approvisionnement jusqu’à la ferme, chez nos fournisseurs de laine, par exemple. Un rapport que nous avons publié montre de manière très transparente comment nous nous engageons et sur quels points nous sommes encore confrontés à des défis.

Robin Page, Head of Design: «Pour nous, le plus grand potentiel réside dans les matériaux naturels.»

Pouvez-vous nommer un tel défi?

Stuart Templar: Bien que le fait de renoncer au cuir soit un pas dans la bonne direction, l’habitacle de l’automobile n’en devient pas pour autant vegan. Notre objectif est de réduire également l’utilisation de produits résiduels issus de l’élevage qui sont habituellement utilisés dans la production de plastiques, de caoutchouc, de lubrifiants ou d’adhésifs. Ce n’est pas une tâche facile de trouver des produits et des matériaux qui œuvrent pour le bien-être animal. Mais ce n’est pas une raison pour éviter ce sujet important.

Quali sono secondo lei i materiali più interessanti per il futuro?

Stuart Templar: Nella prossima generazione di auto elettriche, introdurremo il materiale Nordico, che contiene ancora più materie prime da fonti a base biologica e riciclate e ha un’impronta di CO2 inferiore del 74% rispetto alla nostra pelle già prodotta in modo responsabile.

Robin Page: Nordico sarà sicuramente un’importante alternativa premium alla pelle. Un altro materiale che trovo interessante è la fibra di lino. Ha ottime proprietà sia in termini di resistenza che di leggerezza e, poiché si tratta del lino, convince anche in termini di naturalità e sostenibilità. Molto interessante è anche la lavorazione a maglia 3D, che consente di combinare tra loro diversi colori e texture, lasciando ampio spazio alla creatività. Ma per noi il potenziale maggiore è nei materiali naturali che possono essere riciclati nel terreno, il che garantisce la piena circolarità.

Il risultato di anni di ricerca: alternative alla pelle prodotte senza far soffrire gli animali, come il tessuto scamosciato ricavato da bottiglie in PET riciclate.

Voi di Volvo Cars, come garantite che i vostri materiali siano sostenibili?

Robin Page: Stabiliamo requisiti chiari in materia di protezione degli animali e rintracciabilità delle materie prime nei contratti con i fornitori, effettuiamo ogni anno controlli a campione e, per esempio anche nel caso dei nostri fornitori di lana, ripercorriamo a ritroso le catene di approvvigionamento fino all’azienda agricola. Un rapporto da noi pubblicato mostra in modo molto trasparente come ci impegniamo e dove abbiamo ancora delle difficoltà.

Il responsabile del design Robin Page: «Per noi il potenziale maggiore è nei materiali naturali.»

Potrebbe dircene una?

Stuart Templar: Rinunciare alla pelle è un passo che va nella direzione giusta, ma non basta a rendere gli interni delle auto vegani. Il nostro obiettivo è quello di ridurre anche l’impiego di prodotti residui degli allevamenti, che sono solitamente utilizzati nella produzione di materiali sintetici, gomma, lubrificanti o adesivi. Non è facile trovare prodotti e materiali realizzati tenendo a mente il benessere degli animali. Ma non è certo un motivo per non confrontarsi con un tema così importante.

Erste Veröffentlichung: 
13.9.2022
  |  Letztes Update: 
8.9.2022

Das Volvo Klimaversprechen

Während die Politik noch über Klimaziele diskutiert, handelt Volvo Cars. In klar definierten Schritten wird der schwedische Premium-Autohersteller bis 2040 klimaneutral.

2025: 40 Prozent weniger CO2
Bis 2025 soll die CO2-Bilanz des gesamten Lebenszyklus eines Volvo Modells um 40 Prozent gesenkt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die CO2-Emissionen in der globalen Lieferkette, Fertigung und Logistik um 25 Prozent reduziert sowie der Anteil recycelter Kunststoffe in neuen Volvo Fahrzeugen auf 25 Prozent erhöht. Ausserdem sollen bis 2025 sämtliche Volvo Produktionswerke mit klimaneutralem Strom versorgt werden – das Volvo Stammwerk Torslanda in Schweden sowie die beiden chinesischen Fabriken in Chengdu und Daqing sind es bereits.

2030: kein Verbrennungsmotor mehr
Die Ankündigung ging wie ein Lauffeuer um die Welt: «Volvo Cars verbannt den Verbrennungsmotor bis 2030!». Damit setzt Volvo einen Schlusspunkt hinter das Konzept des Verbrennungsmotors und läutet einen Paradigmenwechsel ein. Den Anfang machten bereits der XC40 Recharge sowie der C40 Recharge. «Es gibt keine langfristige Zukunft mehr für Autos mit Verbrennungsmotor», sagt Henrik Green, Head of Advanced Technology & Sustainability bei Volvo Cars.

2040: als Unternehmen komplett klimaneutral
Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, hat Volvo konkrete Pläne, die im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen stehen. 2040 wird die gesamte Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Durch die vollständige Emissions-Transparenz können kohlenstoffintensive Materialien sowie Prozesse im Betrieb und in der Lieferkette genau bestimmt werden. Um diese wertvollen Ressourcen zu schonen, werden schon heute für sämtliche Komponenten Second-Life-, Upcycling- und Recycling-Konzepte erarbeitet.

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Volvo ist auf dem Weg zur Klimaneutralität.

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