Ein durchschnittlicher Haushalt bezahlt in der Schweiz gemäss der Eidgenössischen Elektrizitätskommission im Jahr 2025 rund 29 Rappen für eine Kilowattstunde Strom. Dies sind gut drei Rappen weniger als im Vorjahr. Die Preise variieren innerhalb der Schweiz zwischen den Netzbetreibern. Dies ist vor allem auf grosse Unterschiede bei der Energiebeschaffung zurückzuführen. Doch woher kommt unser Strom?
In den letzten Jahren stammten dem Bundesamt für Energie zufolge fast 80 Prozent des Stroms aus Schweizer Steckdosen aus erneuerbaren Energien. Wasserkraft spielt dabei die wichtigste Rolle. 58 Prozent des Schweizer Stroms kommt aus Wasserkraftwerken, wobei Grosswasserkraftwerke rund 90 Prozent der gesamten schweizerischen Wasserkraftproduktion ausmachen. Der Rest wird durch die Kleinwasserkraft geliefert, also von Anlagen mit einer Leistung bis zu zehn Megawatt. Förderprogramme für erneuerbare Energien des Bundes haben der Kleinwasserkraft seit den 1990er-Jahren zu einem neuen Aufschwung verholfen.
Der Anteil erneuerbarer Energien soll weiter wachsen
Neben der Wasserkraft tragen auch andere erneuerbare Energiequellen wie Biomasse, Solar- und Windenergie zur Stromerzeugung bei. Elektrizität aus erneuerbarer Energie generiert im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wenige bis keine CO₂-Emissionen oder Schadstoff-Ausstösse. Um die Klimaziele zu erreichen, soll der Anteil erneuerbarer Energien gesteigert werden. In den vergangenen Jahren stammten rund 20 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Stroms aus Kernenergie und knapp zwei Prozent aus fossilen Energieträgern.
Da an unsere Steckdosen jedoch nicht nur Strom aus inländischer Produktion geliefert wird und laut dem Bundesamt für Energie «ein reger Handel mit dem Ausland herrscht», stimmt der Schweizer Produktionsmix nicht mit der durchschnittlichen Zusammensetzung des gelieferten Stroms – dem sogenannten Liefermix – überein. Schweizer Stromversorgungsunternehmen sind gesetzlich verpflichtet, Herkunft und Zusammensetzung des gelieferten Stroms offenzulegen.
Solarenergie hat in der Schweiz riesiges Potenzial
Eine Möglichkeit, den Anteil an inländisch produziertem Strom aus einer erneuerbaren Energiequelle weiter zu erhöhen, wäre die vermehrte Nutzung der Kraft der Sonne. Der Himmelskörper ist eine unerschöpfliche Energiequelle und Solarenergie – wie alle erneuerbaren Energieformen – deutlich umwelt- und klimaschonender als fossile Brennstoffe. Darum wird die Installation von Solaranlagen mit Förderbeiträgen unterstützt.
Scheint in der Schweiz genug die Sonne für die effiziente Nutzung von Solarenergie? Die jährliche Sonneneinstrahlung variiert hierzulande je nach Standort zwischen 1050 und 1550 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Einige sehr sonnige Standorte wie Sion (VS) oder Samedan (GR) sind punkto Einstrahlung sogar mit der italienischen Toskana oder der französischen Provence vergleichbar. EnergieSchweiz zufolge beträgt die Sonneneinstrahlung auf die gesamte Fläche der Schweiz 200-mal mehr als die Schweiz an Energie verbraucht.
Wann am meisten Windenergie produziert wird
Für Windenergieanlagen sind in der Regel die Wintermonate die ertragreichsten. Dann weht in unseren Breitengraden der meiste Wind und es können grosse Mengen Strom produziert werden. EnergieSchweiz hat berechnet, dass rund zwei Drittel der Jahresproduktion von Windenergieanlagen in das Winterhalbjahr fallen. Die Schweiz könnte die Windenergie noch stark ausbauen. Derzeit stammt nämlich weniger als ein Prozent des Schweizer Stroms aus Windenergieanlagen. Damit ist die Schweiz das Schlusslicht in Europa.
Zu Hause Energie sparen, ohne auf Komfort zu verzichten
Neben den Bemühungen, fossile Energieträger durch erneuerbare Energien zu ersetzen, tragen auch Energiesparmassnahmen dazu bei, die Klimaziele zu erreichen. Dabei sind nicht nur Konzerne in der Pflicht, auch in Privathaushalten besteht Energiesparpotenzial – und dies oft, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. So verbrauchen beispielsweise viele Geräte wie Fernseher, Heimkinosysteme, Spielkonsolen, Computerbildschirme oder Stereoanlagen auch im Standby-Modus Strom und es lohnt sich, Unterhaltungselektronik nach Gebrauch ganz auszuschalten. Mit einer Steckleiste lassen sich alle angeschlossenen Geräte mit nur einem Knopfdruck vom Netz trennen, um Standby-Stromverluste zu vermeiden. Smarte Steckdosen und Apps bieten eine weitere Möglichkeit, den Elektrizitätsverbrauch zu steuern und überwachen.